Psychosoziale Betreuung und Beratungen

Wer erstmals Opfer einer Straftat wird, kommt in der Regel zum ersten Mal als Geschädigter mit Polizei und Justiz in Kontakt. Um hier nicht den Überblick zu verlieren, benötigt man vielfältige Informationen zur Orientierung. Diese Informationen vermitteln wir Ihnen.

Die Beratungsgespräche finden regelmäßig in unseren Opferhilfebüros statt. Hierbei besteht die Möglichkeit, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen zu lernen und das Anliegen in geschützter Atmosphäre zu schildern. Aber auch Hausbesuche oder Beratungen an neutralen Orten sind grundsätzlich möglich.

Häufig können bereits in den Erstgesprächen einzelne Anliegen geklärt werden.Häufig kommt es anschließend noch zu weiterführenden Beratungen und Unterstützungen.

Bei Bedarf vermitteln unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch an andere Beratungseinrichtungen oder Institutionen.

Im Umgang mit Gerichten, Behörden oder Institutionen fühlen sich Opfer von Straftaten und deren Angehörige bei Problemen und Konflikten, die aus der Straftat resultieren, häufig allein gelassen. Der Ausgleich für erlittene körperliche, seelische oder materielle Schäden, psychosoziale Betreuung und menschliche Zuwendung werden von Opfern immer wieder als wichtiges Bedürfnis formuliert.
In dieser Situation sind wir Ihr Ansprechpartner.

Inhalte der Beratung sind:

Die Ziele der Beratung sind

  • Linderung und Vermeidung von Ängsten,
  • die Stabilisierung in einer unübersichtlichen Situation,
  • die Anerkennung der Straftatfolgen,
  • die nachhaltige Minderung finanzieller Folgen,
  • der Ausgleich materieller Schäden,
  • die kurzfristige Sicherung der finanziellen Situation, sowie
  • die Sicherung der Ansprüche auf staatliche Hilfeleistungen.

Im gemeinsamen Gespräch finden wir heraus, welcher Bedarf bei Ihnen besteht und zu welchen Themenbereichen Sie nähere Informationen wünschen.

a) Allgemeiner Informations- und Beratungsbedarf

  • Ablauf eines Strafverfahrens und die rechtliche Stellung von Opfern im Strafverfahren
  • Anwaltliche Vertretung (Nebenklage) und Kosten des Verfahrens
  • Möglichkeiten des Gewaltschutzgesetzes und dessen Umsetzung in Fällen Häuslicher Gewalt
  • Informationen und/oder Angebot einer Prozessbegleitung
  • Informationen zum Haftverlauf (wie z.B. Vollzugslockerung oder Stand der Entlassungsvorbereitung des Täters
  • Möglichkeiten außergerichtlicher konfliktschlichtender Maßnahmen Täter-Opfer-Ausgleich (TOA), Mediation

b) Informationen zu materiellen Schädigungsfolgen

  • Vermittlung finanzieller Hilfe aus dem regionalen Opferhilfefonds
  • Hinweis auf finanzielle und / oder materielle Hilfen anderer Institutionen / Anbieter
  • Hinweis auf staatliche Transferleistungen
  • Hinweis auf Beratungsleistungen anderer Hilfeanbieter, z. B. Arbeitsloseninitiativen, Sozialverband Deutschland (SoVD)
  • Informationen über Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG)
  • Informationen zur Vollstreckung von finanziellen Forderungen auch während der Strafhaft

c) Informationen zu körperlichen und seelischen Schädigungsfolgen

  • Informationen über reaktive psychische Belastungs- und Verhaltensmuster in Folge der Einwirkung von Gewalt / der Straftat
  • Information über und Benennung von medizinischen und therapeutischen Angeboten im Bereich der ambulanten, stationären und / oder rehabilitativen Versorgung
  • Vermittlung finanzieller Hilfe für psychotherapeutische Maßnahmen aus dem regionalen Opferhilfefonds